PATIENTEN INFORMATIONEN

Information und Aufklärung ist uns wichtig!

Hier bieten wir Informationen über die häufigsten und wichtigsten Augenerkrankungen. Wir beraten Sie gerne über Vorsorge und Therapiemöglichkeiten.



KURZ-, WEIT- UND ALTERSSICHTIGKEIT

Fehlsichtigkeit ist nicht durch eine Augenkrankheit, sondern durch Refraktionsanomalien Myopie (Kurzsichtigkeit) und der Hyperopie (Weitsichtigkeit) infolge gewisser Veränderungen des Augenaufbaues (z.B. zu langer Augapfel, zu stark brechende Linse, unregelmäßige Hornhautkrümmung) hervorgerufen. Fehlsichtigkeiten werden im Allgemeinen mittels Brille oder Kontaktlinse korrigiert.

Presbyopie (Alterssichtigkeit): mit zunehmendem Lebensalter verliert die menschliche Linse ihre Elastizität, das Sehen in der Nähe wird dadurch erschwert (Abnahme der Akkommodationsfähigkeit). Als Abhilfe dient eine Lesebrille. Diese wird im entsprechenden Lebensalter auch nach einem refraktionschirurgischen Eingriff (Einstellung des Auges auf "Normalauge") nötig sein.

Zur Korrektur der Myopie (Kurzsichtigkeit) und der Hyperopie (Weitsichtigkeit) gibt es auch die refraktive Chirurgie. Bei praktisch allen chirurgischen Verfahren wird nicht die Ursache beseitigt, sondern durch operative Eingriffe lediglich die "Optik" korrigiert.

Unter dieser Bezeichnung fasst man chirurgische Verfahren zusammen, deren Ziel es ist, Refraktionsanomalien (Brechkraftfehler), die zur Fehlsichtigkeit führen, operativ zu korrigieren. Heute sind mehrere Techniken soweit ausgereift (bei manchen fehlt allerdings Langzeiterfahrung), dass sie von erfahrenen Augenchirurgen erfolgreich durchgeführt werden können.

Für jeden Patienten muß individuell entschieden werden, ob und welches Verfahren möglich ist. So ist zum Beispiel die Hornhautdicke ein sehr wichtiges Kriterium. Bei der Excimer-Laserchirurgie wird mit einem Laserstrahl die Hornhaut so modelliert, dass eine vorhandene Kurz-, Weit- oder Stabsichtigkeit ausgeglichen wird.

Die zweite Möglichkeit, die Fehlsichtigkeit eines Auges operativ zu korrigieren, besteht in der Implantation einer zusätzlichen Kunstlinse oder - im Fall einer Linsentrübung – im Austausch der körpereigenen Linse durch eine Kunstlinse. Kunstlinsen werden nach individuellen Bedürfnissen angefertigt und können auch die Funktion einer Gleitsichtbrille übernehmen.

Sollten Sie für Ihre Fehlsichtigkeit einen operativen Eingriff in Erwägung ziehen, sollten Sie unbedingt ein ausführliches Beratungsgespräch mit Ihrem behandelnden Augenarzt/ärztin - vereinbaren. Um dieses Gespräch erfolgreich führen zu können, sollten Sie über folgende Punkte Bescheid wissen:


  • Vor der Überlegung, sich einem refraktionschirurgischen Eingriff zu unterziehen, sollte die wichtigste Alternative zur Brille - die Kontaktlinse - genau geprüft werden. Heute können praktisch alle Fehlsichtigkeiten - auch die Alterssichtigkeit - mit Kontaktlinsen problemlos korrigiert werden.
  • Der refraktionschirurgische Eingriff erfolgt an einem praktisch gesunden Organ. Risken, die mit jeder Operation verbunden sind, müssen Ihnen vorher genau bekannt sein und gründlich abgewogen werden.
  • Praktisch alle Verfahren sind "endgültig", d.h. bei unbefriedigendem Ergebnis ist eine "Nachkorrektur" mit Brille oder Kontaktlinse oder Folgeoperation oft sehr aufwendig oder gar unmöglich.
  • Lebensalter: wenn die Fehlsichtigkeit noch nicht stabil ist (z.B. zunehmende Kurzsichtigkeit), kann die Operation wohl den momentanen Zustand korrigieren, die Zunahme aber nicht aufhalten. Das Ergebnis wäre z.B. heute - 4 Dioptrien, diese werden operativ auf 0 korrigiert, in 2 Jahren wäre infolge Zunahme erneut Brille oder Kontaktlinse erforderlich. Deshalb ist die Beratung durch den Augenarzt/ärztin, so wichtig. Zunahme der Kurzsichtigkeit ist in vielen Fällen auch im 3. Lebensjahrzehnt möglich.

BILDSCHIRMBRILLE

Diese Verordnung betrifft ArbeitnehmerInnen, die durchschnittlich mehr als 2 Stunden ununterbrochen, bzw. durchschnittlich mehr als 3 Stunden ihrer Arbeitszeit am Bildschirm verbringen. Sie haben einen gesetzlichen Anspruch auf eine ärztliche Untersuchung und zwar vor Aufnahme der Tätigkeit, sowie anschließend im Abstand von 3 Jahren und bei Auftreten von Beschwerden, die bei der Arbeit am Bildschirm auftreten.

Die Kosten für diese spezielle augenärztliche Untersuchung werden nicht von den Krankenkassen, sondern vom Arbeitgeber getragen und belaufen sich bei Einzeluntersuchungen auf 80€.

Fern-, Nah- und Gleitsichtbrillen – auch wenn sie bei der Bildschirmarbeit getragen werden – sind keine Bildschirmbrillen! Unter einer Bildschirmbrille versteht man Zweistärken-Brillengläser (Bifokalbrillen), die ausschließlich für den Bildschirm (50-70cm) und die Lesedistanz (30-36cm) eingestellt sind.


DAS TROCKENE AUGE

Benetzungsstörung der Augenoberfläche

Die Beschwerden

  • Fremdkörper- oder Trockenheitsgefühl
  • Augenbrennen
  • kratzendes Gefühl
  • Augenjucken
  • Druckgefühl
  • Schweregefühl der Lider ("müde Augen")
  • Lichtempfindlichkeit
  • Augentränen
  • Rötung der Augen
  • "Film" vor den Augen
  • weißliches Sekret

Möglicherweise ist daran das "trockene Auge" - eine Benetzungsstörung der Augenoberfläche - schuld. Dies ist nicht eine harmlose Befindlichkeitsstörung, sondern kann Zeichen einer ernstzunehmenden Allgemeinerkrankung sein. Ihr Augenarzt/ärztin kann schon mit einfachen Tests die Diagnose des Krankheitsbildes "Trockenes Auge" stellen.

Die Ursachen
Die Störung der Tränensekretion oder der mangelhafte Aufbau des Tränenfilms kann viele Ursachen haben:


  • hormonell (Pille, Schilddrüse, Wechseljahre,…)
  • altersbedingt
  • rheumatische Erkrankungen
  • Zuckerkrankheit
  • Hautkrankheiten
  • Mangelzustände (Vitamin A)
  • Medikamente (z.B. Betablocker, Antidepressiva)
  • schlecht angepaßte oder zu lange getragene Kontaktlinsen
  • trockene Luft durch Klimaanlagen oder Zentralheizung
  • Zigarettenrauch, Staub, Ozon, UV-Licht
  • Bildschirmarbeit

Der Tränenfilm ist aus 3 Schichten (Lipid, wässrig, Schleim) aufgebaut und dient nicht nur dazu das Auge feucht zu halten, sondern enthält auch Stoffe, die das Auge vor Infektionen schützt.

Die Therapie
Nach dem Ausschluss bzw. Behandlung von Allgemeinerkrankungen geht der Augenarzt/ärztin systematisch vor:

Allgemeine Tipps

  • Optimierung oder Neuverordnung eines Sehbehelfes (Brille, Kontaktlinse)
  • Luftfeuchtigkeit soll erhöht werden
  • Meiden von rauchiger Umgebung
  • Optimierung eines Bildschirmarbeitsplatzes: Beleuchtung, Belüftung, Arbeitspausen, bewußtes Blinzeln, geeigneter Sehbehelf

Speziell

  • Tränenersatzmittel
  • Lidrandhygiene (spezielle Reinigungsmittel)
  • Augenkompressen
  • immunmodulierende Therapie (z.B. Cortison)
  • Balneotherapie (Augenbäder)
  • Akupunktur
  • Verschluß der tränenableitenden Wege

Tränenersatzmittel
Wirken nur symptomatisch und beseitigen nicht eine etwaige Ursache. Es gibt eine große Zahl dieser Hilfsmittel - in verschiedenen Viskositätsstufen und Gehalt an Konservierungsstoffen. Vorzugsweise kommen Mittel mit Hyaluronsäure und ohne Konservierungsstoffe (oder Einmaldosen), gelegentlich Gele zum Einsatz. Diese Präparate sind nicht kassenfrei! Nur Ihr Augenarzt/Ärztin kann Ihren speziellen Fall individuell versorgen.


CATARACT (GRAUER STAR)

Die Erkrankung
Das Wesen dieser Erkrankung ist die Trübung der menschlichen Linse. Diese kann mannigfaltige Ursachen haben:

  • hohes Lebensalter
  • starke UV-Belastung
  • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes
  • Cortisondauertherapie
  • Strahlenexposition
  • Verletzung
  • angeboren

Beschwerden
Im Anfangsstadium bemerkt der Patient unscharfes Sehen ("Schleiersehen"). Im Straßenverkehr führt dies nachts zu unangenehmer bis stark störender Blendung durch Scheinwerferlicht. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu stärkerer Sehverschlechterung, die auch bei gewohnten alltäglichen Verrichtungen stark behindert.

Diagnose
Nur der Augenarzt kann bei der Untersuchung mit der Spaltlampe den Grad und die Art der Linsentrübung feststellen. Die häufigsten Arten sind der Rindenstar und der Kernstar. Häufig gelingt es dem Augenarzt bei einer Cataract im Frühstadium durch Bestimmen einer neuen Brille die Sehschärfe noch für einige Zeit zu verbessern.

Therapie
Die einzige Therapie ist ­ auch heute noch ­ die Operation. Immer wieder angepriesene "Wundermittel" haben keinerlei nachweisbare Wirkung auf die Linsentrübung.

Operation
Nach einer Voruntersuchung (Biometrie = Vermessung der Linse) wird die Operation meist in Lokal- oder Tropfanästhesie durchgeführt. Mit einem 3mm Schnitt wird die Vorderkammer des Auges eröffnet, die Linsenkapsel eröffnet, die trübe Linse mittels Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Anschließend wird in der Regel eine Kunststofflinse (deren Stärke vorher berechnet worden ist) in den nun leeren Linsenkapselsack eingesetzt. Auf eine Naht kann in den meisten Fällen verzichtet werden, da der 3mm Schnitt ventilartig schließt.

Nachbehandlung
Nach kurzem Aufenthalt im Krankenhaus kann das Alltagsleben wieder fast normal geführt werden (Schonung vor schwerer körperlicher Arbeit). Augenärztliche Kontrollen und eine Tropftherapie sind genau einzuhalten. Nach wenigen Wochen wird eine Brille - falls erforderlich - verordnet.

Sonderfälle
Angeborene Cataracte kommen unter anderem bei Kindern vor, deren Mutter in den ersten Schwangerschaftsmonaten Röteln oder eine schwere Infektionskrankheit durchgemacht hat. Therapie, bzw. Operation muss auf den jeweiligen Fall abgestimmt werden. Dasselbe gilt für Cataracte nach Verletzungen.


GLAUKOM (GRÜNER STAR)

Der grüne Star, auch Glaukom genannt, zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen in den Industriestaaten. Weltweit gibt es 3,5 Millionen Menschen, die durch den grünen Star ihr Augenlicht verloren haben. Zwei Prozent der über 40jährigen haben ein Glaukom.

Wer ist besonders gefährdet?

  • Menschen über 40
  • Diabetiker
  • Bluthochdruck-Patienten oder solche mit zu niedrigem Blutdruck
  • besonders Kurz- oder Weitsichtige
  • Patienten mit Gefäßkrankheiten
  • Raucher

Ursachen
Bei den meisten Glaukomformen ist ein erhöhter Augeninnendruck vorhanden. Ursache: Das Kammerwasser fließt nicht richtig ab, weil die Abflußwege im Kammerwinkel verengt oder blockiert sind. Durch eine Steigerung des Augeninnendrucks kommt es zur Schädigung des Sehnervenkopfs und zu charakteristischen Gesichtsfelddefekten. Rechtzeitige ärztliche Behandlung ist notwendig, denn eine massive Schädigung des Sehnervs bedeutet Blindheit.

Welche Folgen hat die Sehnervschädigung?
Bei noch normaler Sehschärfe treten Ausfälle im "Gesichtsfeld" auf, d.h. im Umfeld werden manche Dinge nicht wahrgenommen. Dies kann im Straßenverkehr fatale Folgen haben. Diese Ausfälle werden im weiteren Verlauf ­ ohne entsprechende Therapie ­ größer und führen schließlich zur Erblindung.

Wie erkennt der Patient diese Erkrankung?
Der/die Betroffene merkt zuerst gar nichts, selten treten Schmerzen auf und die Sehschärfe bleibt vorerst normal, ein schleichender Gesichtsfeldverfall wird kaum wahrgenommen. Bemerkt der Patient Gesichtsfeldausfälle oder Herabsetzung der Sehschärfe, ist das Glaukom meist schon weit fortgeschritten, und die Therapie kann nur noch Bestehendes retten. Zugrundegegangene Nervenfasern könne nicht mehr ersetzt werden.

Wie erkennt der/die Augenarzt/ärztin die Erkrankung?
Bei der Augenuntersuchung prüft der/die Augenarzt/ärztin nicht nur die Sehschärfe und die Korrektur einer evtl. Fehlsichtigkeit, sondern untersucht den Augenhintergrund (Sehnerv, Netzhaut etc.) und misst den Augeninnendruck. Dabei können Hinweise auf ein Glaukom erkannt werden. Das alleinige Messen des Augeninnendruckes ohne sonstige Untersuchung genügt nicht zur Diagnose oder zum Ausschluss eines Glaukoms. Besteht der Verdacht eines Glaukoms, werden die Hornhautdicke, der Kammerwinkel, das Gesichtsfeld, der Sehnerv und der Augendruck mehrfach untersucht. Dies gibt weitere Hinweise über das Bestehen, bzw. Fortschreiten der Erkrankung und Richtlinien für eine eventuelle Therapie.

Therapie
Mit einer Reihe wirksamer Medikamente kann der Augendruck wieder normalisiert und so der drohende Schaden abgewendet werden:

  • mit Medikamenten (Tropfen, Salben, Tabletten)
  • durch Laserbehandlung, mit der eine Verbesserung des Abflusses
    erreicht wird
  • oder durch einer Operation (Filtrationschirurgie), mit der ein künstlicher Abfluss geschaffen wird.

Wie oft muss der/die Erkrankte zum Augenarzt/ärztin gehen?
Die Frequenz der augenärztlichen Kontrolluntersuchungen ist je nach Fall sehr unterschiedlich. Halten Sie die geplanten Kontrollen genau ein. Entscheidend für den Verlauf der Therapie ist nicht nur die Höhe des Augendruckes, sondern auch der Zustand des Sehnervs und allfällige Veränderungen des Gesichtsfeldes. Wenn Sie selbst eine plötzliche Sehverschlechterung bemerken, müssen Sie Ihre/n Augenarzt/ärztin unverzüglich aufsuchen. Halten Sie die geplanten Kontrollen genau ein!

Kann man mit der Lebensführung das Glaukom beeinflussen?
Da der Zustand der Blutgefäße für die Entwicklung des Glaukoms eine große Rolle spielt, ist Rauchen unbedingt zu unterlassen. Liegen Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder ungünstige Blutfettwerte vor, müssen diese Risikofaktoren in Zusammenarbeit mit Ihrem Hausarzt oder Internisten streng kontrolliert bzw. verbessert werden.

Das Wichtigste in Kürze
Bei einem durch Glaukom erblindeten Auge ist mit keiner Therapie eine Wiederherstellung der Sehkraft zu erreichen. Es gibt daher keine andere Art der Vorbeugung, als ab dem 40. Lebensjahr mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt zu gehen. Die Kontrolle muss folgende Untersuchungen umfassen:

  • Messung des Augendrucks
  • Untersuchung des Sehnervenkopfes
  • Gesichtsfeldprüfung

Vermeiden Sie Stress. Er kann Ihr Augenlicht gefährden. Wissenschaftler haben festgestellt, dass Stresssituationen zu Gefäßkrämpfen führen können, die die gesunde Durchblutung des Auges beeinträchtigen. In der Folge kann es zu einem Glaukomschaden kommen.


ALTERSBEDINGTE MAKULAVERÄNDERUNGEN

Symptome
Im vorgerückten Lebensalter treten manchmal Schwierigkeiten beim Lesen auf, "einzelne Buchstaben fallen aus", gerade Linien erscheinen geknickt oder verzerrt. Diese Beschwerden können langsam oder rasch fortschreiten (bis zum Fehlen ganzer Wörter, Auftreten größerer Flecken); in schweren Fällen ist Lesen im Spätstadium selbst mit Vergrößerungsglas kaum möglich, beim Anschauen einer Person "fehlt das Gesicht". In der Regel entsteht aber keine vollständige Erblindung, der Erkrankte kann sich in gewohnter Umgebung zurechtfinden, aber so manche Hausarbeit (Kochen, Nähen, u.U. Schreibarbeit) ist ohne fremde Hilfe nicht mehr möglich

Ursache
Die zentrale Netzhaut (Stelle des schärfsten Sehens – die "Makula") wird im Rahmen des Sehaktes sehr stark beansprucht, kann sich aber nicht – wie andere Organe oder Zellverbände – durch Zellteilung regenerieren.Deshalb entstehen im Alter durch genetische Faktoren und lokale Abnützungserscheinungen kleine Ablagerungen in der ernährenden Unterlage der Netzhaut. Bei der "trockenen Makuladegeneration" kommt es zu einem allmählichen Schwund von Sinneszellen im Makulabereich. Bei der "feuchten Makuladegeneration" können zusätzliche Gefäßwucherungen auftreten, die zu einem zentralen Erguß mit Blutungen und schließlich zu Narbenbildungen in der Netzhautmitte führen.

Diagnose
Schon bei ersten Sehstörungen sollten Sie den Augenarzt aufsuchen. Eine genaue Abklärung der Veränderungen gibt wertvolle Hinweise für eine zielführende Therapie. Meist ist zusätzlich zur Netzhautuntersuchung auch eine Fluoreszenzangiographie notwendig. Dabei wird ein spezieller Farbstoff in die Armvene injiziert und sein Verhalten in den Netzhautgefäßen fotographisch dokumentiert. So können Gefäßwucherungen und Flüssigkeitsansammlungen unter der Netzhaut schon im Frühstadium erkannt werden, was zur zielführenden Therapie unerläßlich ist. Überdies können damit andere Augenerkrankungen als Ursache für die Sehverschlechterung ausgeschlossen werden.

Therapie
Das Auftreten der Makuladegeneration kann heute noch nicht verhindert werden, Rauchen gilt als Risikofaktor. Für die trockene Form der Makuladegeneration gibt es derzeit noch keine wirksame medikamentöse Therapie. Für die feuchte Form gibt es derzeit schon erfolgversprechende Behandlungsmethoden, diese können zu einem Stillstand oder gar einer Rückbildung der Erkrankung führen (Verödung neugebildeter Blutgefäße).
Ist das Lesevermögen bereits beeinträchtigt, können vergrößernde Sehbehelfe angepaßt und ihre Verwendung geübt werden. In einer Reihe von Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen (Lutein, Omega 3 Fettsäuren) das Risiko für eine altersbedingte Makuladegeneration erhöht.


DIABETES UND AUGE

Die Folgen der Zuckerkrankheit am Auge

Ursachen
Unabhängig von der Art der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ I oder II) oder der Art der Therapie kann es zu schweren Veränderungen am Auge kommen. Betroffen ist vor allem die Netzhaut (Retina), die wie eine Tapete das Auge auskleidet und das Licht in Signale umwandelt. Hohe Blutzuckerwerte verursachen Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen, die undicht oder verschlossen werden. Die Folge ist eine Mangeldurchblutung der Netzhaut. Der Zeitpunkt des Auftretens und Fortschreitens dieser Erkrankung (diabetische Retinopathie) kann durch die Blutzuckereinstellung beeinflußt werden. Zusätzlich spielt auch eine Blutdruckeinstellung eine wichtige Rolle.
Bitte bringen Sie immer Ihren Blutbefund inklusive des HbA1c Wertes mit!

Beschwerden
Die ersten Veränderungen an der Netzhaut verursachen keine Sehstörungen oder Schmerzen, obwohl bereits Blutungen, Fettablagerungen oder Schwellungen bestehen können. Auch fortgeschrittene Veränderungen, wie neue Gefäße (Neovaskularisationen) können lange ohne Beschwerden, wie Sehverschlechterung oder Schmerzen bestehen. Erst wenn die Netzhautmitte (Makula = Sehzentrum) betroffen ist oder Blutungen in das Augeninnere auftreten, kommt es zur Sehverschlechterung. Die Ablösung der Netzhaut stellt die schwerste Folge der Retinopathie dar und führt unbehandelt zur Erblindung.

Diagnose
Für den Zuckerkranken sind routinemäßige Augenuntersuchungen auch ohne Beschwerden besonders wichtig. Wenn vom Augenarzt nicht anders bestimmt, sollen diese zweimal jährlich erfolgen. Dabei wird die Netzhaut genau untersucht. Ein alleiniges Prüfen der Sehschärfe reicht keineswegs - diese kann bei bereits schweren Netzhautveränderungen noch normal sein.

Therapie
Die rechtzeitige Behandlung mit dem Laser stellt die Therapie der Wahl dar. Diese meist schmerzlose Behandlung muß in vielen Fällen wiederholt werden. Damit lässt sich ein Fortschreiten der Veränderungen und eine schwere Sehverschlechterung in 50% verhindern. Bei Fortschreiten der Erkrankung trotz Laserbehandlungen stellt die Vitrektomie (Entfernung des Glaskörpers) und Netzhautoperation eine weitere Möglichkeit dar, die Erblindung zu verhindern.

Lebensweise
Strenges Einhalten der Diabetes-Diät und -therapie, regelmäßige Kontrollen beim Hausarzt. Vitaminreiche, ballaststoffreiche und fettarme Kost, Obst (nach Rücksprache mit dem Hausarzt), reichlich Gemüse. Viel Bewegung, Sport, bei sitzenden Berufen Ausgleichstraining, Rauchverbot.


HIV UND AUGE

Etwa ein Viertel aller HIV-Infizierten erkranken an den Augen. Da gerade in den Frühstadien der Augenmanifestationen eine rechtzeitige Therapie das Sehvermögen der Patienten in den meisten Fällen erhalten kann, ist die Durchführung regelmäßiger Augenkontrollen sehr wichtig.

Wie häufig müssen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden?
CD4+ >100/mm³:                                                             bei Beschwerden
aktueller CD4+ >100/mm³, niedrigste CD4+ <100/mm³:   alle 3-4 Monate
CD4+ Zellen <100/mm³:                                                   alle 3-4 Monate
CD4+ Zellen <50/mm³:                                                     alle 6-8 Wochen

Bei auffälligen äußeren Symtomen oder einer Sehverschlechterung muß in jedem Fall sofort ein Augenarzt aufgesucht werden.

Äußerlich erkennbare Symptome

  • Gerötetes Auge, eitriges Sekret, verstärkter Tränenfluß, Fremdkörpergefühl, Schmerzen | Hierbei handelt es sich in den häufigsten Fällen um eine Austrocknung des Auges (Tränendrüsenunterfunktion). Es kann sich aber auch um eine bakterielle oder virale (z.B. Herpes) Infektion von Bindehaut oder Hornhaut handeln. In jedem Fall sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen, damit mit der richtigen Therapie begonnen werden kann.
  • Rot-violette Flecken auf der Bindehaut oder an der Außen- oder Innenseite der Lider, keine Schmerzen | Hierbei könnte es sich um ein Karposi-Sarkom handeln. Zumeist ist diese Erkrannkung aber schon bekannt, da das Auge nur in sehr seltenen Fällen zuallererst betroffen ist. Der Augenarzt muß allerdings feststellen ob eine Augenreizung vorliegt und unter Umständen eine lokale Behandlung einleiten.
  • Kleine runde Warzen an den Lidern, keine Schmerzen | Hier handelt es sich zumeist um sogenannte Dellwarzen. Diese Veränderungen sind zwar harmlos, können aber unter Umständen Beschwerden machen. Auch aus kosmetischen Gründen können diese Warzen chirurgisch leicht entfernt werden.

Äußerlich nicht erkennbare Symtome

  • Sehverschlechterung, verschleiertes Sehen | In diesem Fall kann es sich um eine Reihe verschiedenster Infektionen der Netzhaut oder des Sehnervs handeln. Die häufigsten Erreger sind Zytomegalieviren (CMV). Da es ohne Behandlung zur weiteren Sehverschlechterung bis zur Erblindung kommen kann, muß sofort der Augenarzt aufgesucht werden. Für die Therapie stehen eine Reihe sehr wirksamer Medikamente zur Verfügung. Bei früher Diagnose ist mit einem Erhalten der Sehleistung zu rechnen.
  • Symetrische Gesichtsfeldausfälle | Gegenstände in der rechten oder linken Gesichtsfeldhälft werden nicht mehr wahrgenommen. In diesem Fall kann eine Infektion oder ein Tumor im Gehirn vorliegen. Zur Ursachenfindung mit entsprechender Therapie sollte auch hier rasch ein Augenarzt aufgesucht werden.

Bitte verschweigen Sie in Ihrem eigenen Interesse dem Augenarzt nicht, daß Sie HIV-positiv sind!